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Divi 5: was das Upgrade von Divi 4 bedeutet
Divi 5 ist kein gewöhnliches Update, sondern ein von Grund auf neu geschriebener Unterbau. Was das für bestehende Websites heißt – und warum der Umstieg Planung verlangt statt eines Klicks.
Was Divi ist
Divi ist ein Theme samt Seitenbaukasten für WordPress, entwickelt von Elegant Themes. Statt Inhalte im Standard-Editor zu schreiben, baut man Seiten aus Bausteinen – Abschnitte, Zeilen, Module – und sieht das Ergebnis direkt.
Divi ist seit über einem Jahrzehnt am Markt und läuft auf sehr vielen Websites. Wir nutzen es dort, wo Kunden ihre Seiten selbst pflegen wollen, ohne sich in Technik einarbeiten zu müssen. Wo maximales Tempo im Vordergrund steht, bauen wir dagegen statisch – auch das gehört zur ehrlichen Einordnung.
Warum wir Divi einsetzen
Es gibt viele Seitenbaukästen für WordPress. Dass wir überwiegend mit Divi arbeiten, hat praktische Gründe – die meisten davon merkt man erst im laufenden Betrieb, nicht beim Bauen.
Theme und Baukasten aus einer Hand
Divi ist beides zugleich: das Theme und der Seitenbaukasten. Kopfzeile, Fußzeile, Vorlagen für Beiträge und die einzelnen Seiten stammen aus demselben System. Bei Kombinationen aus fremdem Theme und separatem Baukasten reibt sich das oft – zwei Hersteller, zwei Update-Zyklen, und im Zweifel zeigt jeder auf den anderen.
Lizenz für unbegrenzt viele Websites
Eine Lizenz deckt beliebig viele Installationen ab, und es gibt sie wahlweise als einmaligen Kauf statt als dauerhaftes Abonnement. Für Betriebe, die mehr als eine Website betreiben, ist das ein spürbarer Unterschied – bei Mitbewerbern wird häufig pro Website und Jahr abgerechnet.
Globale Elemente und Vorlagen
Wiederkehrende Bausteine – ein Kontaktblock, ein Hinweisbanner, ein Seitenfuß – werden einmal angelegt und überall eingebunden. Eine Änderung wirkt auf allen Seiten. Das klingt nach einer Kleinigkeit und spart bei gewachsenen Websites die meiste Zeit.
Gestalten ohne Grenzen der Vorlage
Abstände, Schriften, Farben und Verhalten je Bildschirmgröße lassen sich fein einstellen, ohne in den Code zu wechseln. Für uns heißt das: Wir bauen Ihr Erscheinungsbild nach, statt eine Vorlage einzufärben.
Sie können selbst pflegen
Das ist der Punkt, der über die Lebensdauer einer Website entscheidet. Wer Texte und Bilder selbst tauschen kann, hält seine Website aktuell. Wer für jede Änderung anrufen muss, lässt sie veralten.
Divi und Elementor im Vergleich
Elementor ist der bekannteste Mitbewerber. Damit der Vergleich nicht einseitig gerät, zuerst das, was für Elementor spricht – und was jeweils dazugehört.
Es gibt eine kostenlose Grundversion, mit der sich der Einstieg ausprobieren lässt. Für ein ernsthaftes Projekt führt allerdings kaum ein Weg an der kostenpflichtigen Fassung vorbei, und die wird pro Website und Jahr abgerechnet. Außerdem gibt es sehr viele Zusatzmodule von Drittanbietern – für nahezu jede Anforderung findet sich etwas. Der Preis dafür ist eine Website aus vielen Einzelteilen verschiedener Hersteller, und genau daraus entstehen die Probleme, um die es weiter unten geht.
Wo Divi im Vorteil ist
- Abrechnungsmodell. Eine Lizenz für unbegrenzt viele Websites, wahlweise als Einmalkauf. Bei Elementor Pro wird üblicherweise pro Website und Jahr gezahlt – bei mehreren Projekten summiert sich das.
- Theme inklusive. Elementor ist ein Baukasten und braucht zusätzlich ein Theme. Divi bringt beides mit, aus einer Hand und mit einem Update-Zyklus.
- Weniger Abhängigkeit von Drittanbietern. Viele Funktionen, die bei Elementor über Zusatzmodule kommen, sind bei Divi eingebaut. Jedes Zusatzmodul weniger ist eine Fehlerquelle und ein Sicherheitsrisiko weniger.
- Mehr als der Baukasten. Zur Lizenz gehören weitere Werkzeuge des Herstellers, etwa für Newsletter-Anmeldungen und Teilen-Schaltflächen.
Der entscheidende Unterschied: die Bedienung
Der Punkt, der in Vergleichstabellen selten auftaucht, ist im Alltag der wichtigste: Elementor ist deutlich umständlicher zu bedienen. Wir haben es ausprobiert und wieder verworfen – und stehen mit dieser Einschätzung unter Kollegen keineswegs allein.
Woran das liegt:
- Einstellungen liegen verstreut. Was zusammengehört, verteilt sich auf mehrere Ebenen – Website-Einstellungen, Theme-Builder, Vorlagen, das einzelne Element. Man sucht, statt zu arbeiten.
- Viele Hersteller in einem Projekt. Baukasten, Pro-Erweiterung, Theme und meist mehrere Modulpakete – jedes mit eigener Bedienlogik, eigenem Update-Zyklus und eigenen Eigenheiten. Divi bündelt das in einem System.
- Schwerer zu übernehmen. Eine gewachsene Elementor-Website zu übernehmen heißt, sich erst durch die Zusammenstellung eines Vorgängers zu arbeiten, bevor man überhaupt etwas ändern kann.
- Höhere Hürde für Kunden. Wer seine Inhalte selbst pflegen will, braucht bei Elementor spürbar länger, bis er sich sicher fühlt. Und wer sich unsicher fühlt, pflegt nicht.
Das ist keine Kritik am Können der Entwickler, sondern eine Frage der Bauweise. Für Menschen, die täglich damit arbeiten, ist Elementor beherrschbar. Für Betriebe, die ihre Website zwischen zwei Terminen aktualisieren wollen, ist der Aufwand zu hoch.
Was das für unseren Service bedeutet
Daraus ziehen wir eine klare Konsequenz: Wir nehmen keine Elementor-Websites in die laufende Betreuung.
Das ist keine Abwertung, sondern Ehrlichkeit. Betreuung heißt, im Zweifel schnell und sicher eingreifen zu können. Bei einem System, das wir bewusst nicht einsetzen, wäre jeder Handgriff langsamer und jede Einschätzung unsicherer – und das würden Sie bezahlen, ohne etwas davon zu haben. Wir sagen lieber vorher ab, als hinterher zu enttäuschen.
Wenn Sie eine Elementor-Website betreiben und Betreuung suchen, sprechen Sie uns trotzdem an. Wir sagen Ihnen ehrlich, ob sich ein Neuaufbau lohnt – oder empfehlen jemanden, der auf Elementor spezialisiert ist.
Unterm Strich: Mit beiden Systemen lassen sich gute Websites bauen. Der Unterschied zeigt sich nicht am ersten Tag, sondern im dritten Jahr – bei den Kosten, bei der Zahl beteiligter Hersteller und vor allem bei der Frage, ob Sie Ihre Website noch selbst in die Hand nehmen. Für uns und für die Betriebe, die wir betreuen, fällt diese Rechnung eindeutig zugunsten von Divi aus.
Warum Divi 5 ein Neubau ist
Divi 4 ist über viele Jahre gewachsen. Solche gewachsenen Systeme schleppen Altlasten mit: Strukturen, die für Anforderungen von damals gebaut wurden und sich nicht mehr sinnvoll erweitern lassen. Irgendwann ist Weiterflicken teurer als Neuschreiben.
Genau diesen Schritt stellt Divi 5 dar: einen neu geschriebenen Unterbau, bei dem Tempo und Wartbarkeit von Anfang an eingeplant sind, statt nachträglich optimiert zu werden. Für Betreiber bedeutet das mittelfristig schnellere Seiten und saubereren Code – kurzfristig aber einen Übergang, der Aufmerksamkeit braucht.
Der wichtigste Satz zum Thema: Ein neu geschriebener Unterbau heißt, dass sich Dinge im Verborgenen ändern, die vorher verlässlich funktioniert haben. Deshalb wird ein solcher Wechsel getestet, nicht einfach durchgeführt.
Was sich ändert
Für die tägliche Arbeit bleibt das Grundprinzip erhalten – Sie bauen weiterhin aus Abschnitten, Zeilen und Modulen. Spürbar wird der Unterschied an anderer Stelle:
- Moderne Layout-Werkzeuge. Flexbox und Grid stehen direkt zur Verfügung. Anordnungen, für die früher eigener Code nötig war, lassen sich jetzt einstellen.
- Neues Modell für die Bildschirmgrößen. Umbruchpunkte werden global verwaltet, statt sie an jedem Modul einzeln zu pflegen – das erspart bei größeren Websites viel Kleinarbeit.
- Überarbeitete Arbeitsfläche. Angedockte Einstellungsleisten sowie neue Werkzeuge wie Inspector und Command Center machen das Arbeiten an umfangreichen Seiten übersichtlicher.
- Tempo im Baukasten selbst. Der Editor reagiert flüssiger, besonders bei umfangreichen Seiten. Wer viel pflegt, merkt das täglich.
- Tempo auf der fertigen Seite. Weniger und saubererer Code wirkt sich auf Ladezeit und die Werte der Core Web Vitals aus – und damit indirekt auf die Auffindbarkeit.
- Barrierefreiheit. Ein neu geschriebener Unterbau ist die Gelegenheit, sauberes HTML auszuliefern. Wie viel davon ankommt, gehört auf jeder Website einzeln geprüft – siehe unser Leitfaden zur Barrierefreiheit.
- Bestehende Layouts bleiben nutzbar: Divi 5 bringt einen Rückwärtskompatibilitäts-Modus mit, und ein Migrator-Werkzeug überführt Divi-4- Designs in die neue Struktur. Trotzdem gilt: an der eigenen Website überprüfen, statt sich darauf zu verlassen.
Der kritische Punkt: Erweiterungen
Hier entscheidet sich in der Praxis, ob ein Umstieg glatt läuft. Viele Divi-Websites nutzen Zusatzmodule von Drittanbietern – für Formulare, Bildergalerien, Preistabellen, Karussells.
Diese Module greifen auf den Unterbau zu, der neu geschrieben wurde. Sie müssen deshalb von ihren Herstellern angepasst werden. Ob und wann das geschieht, liegt nicht in Ihrer Hand – und nicht jeder Anbieter zieht mit gleicher Geschwindigkeit nach. Manches Modul wird gar nicht aktualisiert.
Daraus folgt der wichtigste Vorbereitungsschritt: eine Bestandsaufnahme aller eingesetzten Erweiterungen, bevor irgendetwas angefasst wird. Für jede Stelle gilt es zu klären, ob es eine passende Fassung gibt, ob der Hersteller noch aktiv ist – und was der Ersatz wäre, falls nicht.
Der richtige Zeitpunkt
Bei einem so grundlegenden Wechsel ist der früheste Zeitpunkt selten der beste. Sinnvoll ist er, wenn drei Dinge zusammenkommen:
- Alle eingesetzten Erweiterungen liegen in passenden Fassungen vor
- Es steht kein Zeitdruck an – keine Kampagne, keine Messe, kein Saisongeschäft in den nächsten Wochen
- Eine Testumgebung ist vorhanden, in der geprüft werden kann, ohne die laufende Website anzufassen
Bei neuen Projekten sieht die Rechnung anders aus: Dort spricht wenig dafür, auf einem Stand zu bauen, den man ohnehin wechseln wird.
Umgekehrt gilt: Auf Divi 4 zu bleiben ist keine Dauerlösung. Ältere Stände erhalten irgendwann keine Pflege mehr, und ohne Sicherheitsaktualisierungen wird jede WordPress-Website zum Risiko.
So läuft ein Umstieg ab
Die Reihenfolge ist wichtiger als die Geschwindigkeit:
- Vollständige Sicherung. Dateien und Datenbank, überprüft zurückspielbar. Eine Sicherung, die noch nie zurückgespielt wurde, ist eine Vermutung.
- Kopie der Website in einer Testumgebung. Dort wird umgestellt, nicht im laufenden Betrieb.
- Kompatibilitäts-Scan ausführen. Divi 5 prüft vor der Umstellung, wo Probleme zu erwarten sind – vor allem bei Erweiterungen. Das ersetzt keine eigene Bestandsaufnahme, zeigt aber die offensichtlichen Stolpersteine.
- Migrator-Werkzeug laufen lassen und anschließend Seite für Seite durchsehen, nicht nur die Startseite. Formulare tatsächlich absenden, nicht nur ansehen.
- Prüfen auf mehreren Geräten, mindestens Handy und Rechner.
- Tempo und Barrierefreiheit messen, vorher und nachher – sonst ist der Gewinn Behauptung.
- Erst dann live gehen, zu einer Zeit, in der jemand erreichbar ist. Freitagnachmittag ist kein guter Termin.
Was schiefgehen kann
- Verschobene Layouts. Einzelne Abstände oder Ausrichtungen sitzen nicht mehr wie vorher – meist schnell behoben, aber es fällt eben auf.
- Ein Modul fehlt. Gibt es keine passende Fassung, muss der Baustein ersetzt werden. Das kostet Zeit, die man vorher einplanen sollte.
- Eigene Anpassungen greifen ins Leere. Individueller Code, der sich auf interne Strukturen stützt, kann wirkungslos werden.
- Formulare senden nicht mehr. Der teuerste Fehler, weil er unbemerkt bleibt. Deshalb: nach jedem Eingriff mindestens einmal echt absenden.
Keiner dieser Punkte ist dramatisch, wenn er vor dem Livegang auffällt. Alle sind ärgerlich, wenn sie es danach tun. Genau dafür gibt es die Testumgebung.
Umstieg auf Divi 5 geplant?
Wir nehmen die eingesetzten Erweiterungen auf, testen in einer Kopie Ihrer Website und stellen erst um, wenn nichts mehr offen ist.
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