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OnePager oder mehrseitige Website?

Eine einzelne, lange Seite wirkt modern und ist schnell gebaut. Für manche Vorhaben ist sie die beste Lösung – für andere eine Entscheidung, die später Sichtbarkeit kostet.

Was ein OnePager ist

Ein OnePager stellt alle Inhalte auf einer einzigen Seite dar. Die Navigation führt nicht zu anderen Seiten, sondern springt zu Abschnitten weiter unten. Besucher scrollen statt zu klicken.

Rechtlich vorgeschriebene Inhalte wie Impressum und Datenschutzerklärung liegen trotzdem auf eigenen Seiten – sie müssen dauerhaft und unter einer eigenen Adresse erreichbar sein. Ein OnePager ist also praktisch nie wirklich nur eine Seite.

Stärken des OnePagers

  • Eine klare Erzählung. Sie führen Besucher in einer festgelegten Reihenfolge vom Einstieg bis zur Kontaktaufnahme, ohne dass sie sich verlaufen.
  • Kein Suchen. Auf dem Handy ist Scrollen oft angenehmer als Navigieren – besonders bei überschaubaren Inhalten.
  • Schnell umgesetzt und gepflegt. Weniger Seiten heißt weniger Aufwand beim Bauen und weniger Stellen, die veralten können.
  • Günstiger im Einstieg. Weniger Umfang bedeutet in der Regel auch geringere Kosten.

Wo er an Grenzen stößt

Die Nachteile zeigen sich meist erst nach einiger Zeit:

  • Die Seite wird lang. Was als schlanke Erzählung beginnt, wächst mit jedem neuen Angebot. Irgendwann scrollen Besucher an dem vorbei, was sie eigentlich suchen.
  • Nichts lässt sich gezielt verlinken. Sie können keinen Kunden auf „Ihre Seite zur Betreuung" schicken – nur auf einen Abschnitt inmitten von allem anderen.
  • Ladezeit. Alle Inhalte und Bilder werden zusammen geladen, auch die, die niemand ansieht.
  • Auswertung wird unscharf. Sie sehen Aufrufe der Seite, aber nur schwer, welches Thema tatsächlich interessiert hat.

Auswirkung auf die Auffindbarkeit

Das ist der am häufigsten unterschätzte Punkt. Eine Seite hat einen Seitentitel, eine Beschreibung und eine Hauptüberschrift. Damit kann sie sich glaubwürdig auf ein Thema ausrichten – nicht auf fünf.

Wer Webdesign, Suchmaschinenoptimierung, Barrierefreiheit und Betreuung anbietet, konkurriert bei jeder dieser Anfragen mit Anbietern, die dem Thema eine ganze Seite widmen. Diese Anbieter gewinnen in der Regel – nicht weil sie besser sind, sondern weil ihre Seite eindeutiger zur Frage passt.

Faustregel: Eine Seite kann ein Thema gewinnen. Für jedes weitere Thema, das Ihnen geschäftlich wichtig ist, brauchen Sie eine eigene Seite. Mehr dazu im Abschnitt zur Suchintention.

Sprungmarken auf Abschnitte helfen ein wenig – Google zeigt sie gelegentlich als Unterlinks im Suchergebnis an. Sie ersetzen aber keine eigenständige Seite.

Wann ein OnePager passt

  • Ein Angebot, eine Zielgruppe. Wer genau eine Sache anbietet, braucht keine Verzweigung.
  • Veranstaltungen und Kampagnen mit klarem Anfang und Ende.
  • Wenn Bekanntheit über andere Wege entsteht – Empfehlung, Netzwerk, Anzeigen. Dann ist Auffindbarkeit über Google zweitrangig.
  • Als erster Schritt, wenn schnell etwas Vorzeigbares her muss und später ausgebaut wird.

Wann mehrere Seiten nötig sind

  • Mehrere Leistungen, die jeweils eigene Kunden ansprechen.
  • Wenn Google eine Rolle spielen soll. Sichtbarkeit für verschiedene Themen verlangt verschiedene Seiten.
  • Bei erklärungsbedürftigen Angeboten, die Raum für Details, Ablauf und Fragen brauchen.
  • Wenn Inhalte wachsen sollen – Referenzen, Ratgeber, Fragen und Antworten.
  • Wenn Sie einzelne Themen gezielt verlinken wollen, in Angeboten, E-Mails oder Anzeigen.

Der Zwischenweg

Die Entscheidung ist kein Entweder-oder. Bewährt hat sich eine Startseite, die wie ein OnePager aufgebaut ist – mit Abschnitten zu allen Themen, in erzählender Reihenfolge –, ergänzt um eigene Seiten für die Themen, die geschäftlich zählen.

Besucher bekommen so den schnellen Überblick, ohne klicken zu müssen. Wer mehr wissen will, folgt einem Link. Und Google findet zu jedem wichtigen Thema eine eindeutige Seite. Genau so ist auch diese Website aufgebaut.

Der Ausbau lässt sich außerdem staffeln: mit der Startseite beginnen und die Unterseiten nach und nach ergänzen, sobald klar ist, wonach tatsächlich gefragt wird.

So entscheiden Sie

Drei Fragen genügen meist:

  • Wie viele unterschiedliche Dinge bieten Sie an? Eines → OnePager genügt. Mehrere mit unterschiedlichen Kunden → eigene Seiten.
  • Woher sollen Ihre Kunden kommen? Über Empfehlung → OnePager reicht. Über die Suche → mehrseitig.
  • Wächst das Angebot in den nächsten Jahren? Dann von vornherein so bauen, dass Erweitern kein Umbau ist.

Wichtig zu wissen: Ein späterer Umbau vom OnePager zur mehrseitigen Website ist machbar, aber kein Selbstläufer. Die Inhalte müssen sinnvoll aufgeteilt und Sprungmarken auf echte Seiten umgelenkt werden. Wer das von Anfang an mitdenkt, spart sich diese Runde.

Unsicher, welcher Aufbau zu Ihnen passt?

Sagen Sie uns, was Sie anbieten und woher Ihre Kunden kommen sollen. Wir sagen Ihnen, ob eine Seite reicht – auch wenn das der kleinere Auftrag ist.

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