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Website-Baukasten: die Nachteile im Überblick

Baukästen versprechen die eigene Website in einer Stunde. Für manche Vorhaben reicht das tatsächlich. Für die meisten Betriebe entstehen die Kosten erst später – und dann an Stellen, die im Angebot nicht auftauchen.

Das Geschäftsmodell dahinter

Baukästen großer Hoster sind darauf ausgelegt, sehr viele Websites mit sehr wenig Betreuung zu betreiben. Das ist keine Kritik, sondern eine Beschreibung: Nur so funktioniert der Preis. Alles, was individuell wäre, kostet Support – und Support ist der teuerste Posten in diesem Geschäft.

Daraus folgt fast alles Weitere. Die Systeme sind bewusst geschlossen, die Gestaltungsmöglichkeiten bewusst begrenzt, der technische Unterbau für alle Kunden derselbe. Wer ein Angebot bewertet, sollte deshalb nicht fragen „was kostet es?", sondern „was ist ausgeschlossen?".

Sie können nicht mitnehmen

Das ist der schwerwiegendste Punkt, und er steht selten im Prospekt: Eine mit einem Baukasten gebaute Website lässt sich in aller Regel nicht umziehen.

Texte und Bilder bekommen Sie meist heraus – im Zweifel per Kopieren und Einfügen. Was Sie nicht mitnehmen können, ist die Website selbst: Aufbau, Gestaltung, Einstellungen, Formulare. Bei einem Wechsel steht deshalb kein Umzug an, sondern ein Neubau. Nach fünf Jahren gepflegter Inhalte ist das ein ernstzunehmender Verlust.

Die entscheidende Frage vor dem Start: Was passiert, wenn ich in drei Jahren wechseln will – und was genau kann ich dann mitnehmen? Wer darauf keine klare Antwort bekommt, kennt den Preis noch nicht.

Bei einem eigenständigen System wie WordPress ist das anders: Sie besitzen die Installation, können sie zu jedem Hoster mitnehmen und Ihre Daten jederzeit exportieren.

Tempo und Technik

Baukästen erzeugen allgemeingültigen Code, der jeden denkbaren Fall abdecken muss. Was Sie zusammenklicken, wird über Vorlagen abgebildet, die weit mehr können, als Ihre Seite braucht – und dieses Mehr wird trotzdem mitgeladen.

Hinzu kommt, dass Sie auf die Auslieferung kaum Einfluss haben: Bildformate, Zwischenspeicher, Serverantwortzeiten und die Zahl geladener Dateien liegen beim Anbieter. Wenn eine Seite zu langsam ist, können Sie das oft schlicht nicht beheben – es fehlt der Zugriff.

Barrierefreiheit und BFSG

Seit Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Betroffen ist, wer Verbrauchern online Geschäfte ermöglicht – schon eine Terminbuchung kann reichen. Details dazu in unserem Leitfaden zur Barrierefreiheit.

Hier wird die Geschlossenheit zum echten Problem. Barrierefreiheit entsteht im erzeugten HTML: in der Überschriften-Struktur, in Beschriftungen von Formularfeldern, in Kontrasten, in der Bedienbarkeit per Tastatur. Genau darauf haben Sie im Baukasten nur so viel Einfluss, wie der Anbieter vorsieht.

Manche Anbieter haben nachgebessert, andere kaum. Verlassen sollte man sich auf nichts davon: Verpflichtet ist der Betreiber der Website, nicht der Anbieter des Baukastens. Wenn sich ein Mangel im System nicht beheben lässt, bleibt das Problem trotzdem beim Betreiber.

Grenzen bei der Auffindbarkeit

Ein verbreiteter Irrtum ist, Baukästen könnten grundsätzlich kein SEO. Das stimmt so nicht – Seitentitel und Beschreibungen lassen sich bei den meisten pflegen. Die Grenzen liegen woanders:

  • Strukturierte Daten lassen sich oft nur eingeschränkt oder gar nicht ergänzen
  • Weiterleitungen sind häufig nicht frei konfigurierbar – ein Problem bei jedem Umbau
  • Servereinstellungen wie Komprimierung oder Sicherheits-Header sind nicht zugänglich
  • Das erzeugte HTML ist vorgegeben, samt Überschriften-Struktur

Für eine lokale Website mit wenig Wettbewerb fällt das kaum ins Gewicht. Sobald Sie gegen ernsthafte Konkurrenz antreten, fehlen genau diese Stellschrauben.

Was es wirklich kostet

Baukästen werden monatlich abgerechnet. Das wirkt klein und läuft weiter, solange die Website existiert. Rechnen Sie nicht in Monaten, sondern in fünf Jahren – und vergleichen Sie mit den Gesamtkosten einer eigenständigen Lösung inklusive Hosting und Betreuung.

Häufig liegen beide näher beieinander als erwartet. Der Unterschied: Am Ende der fünf Jahre besitzen Sie im einen Fall eine Website, im anderen haben Sie eine gemietet.

Wenn die monatliche Zahlung der eigentliche Grund für den Baukasten ist, gibt es einen dritten Weg: eine eigenständige Website zu festen Monatsraten. Wir bieten das als Webseiten-Leasing an – planbare Kosten, ohne die Abhängigkeit.

Wann ein Baukasten reicht

Es wäre unredlich, Baukästen pauschal abzulehnen. Es gibt Fälle, in denen sie die vernünftige Wahl sind:

  • Zum Ausprobieren. Eine Geschäftsidee testen, bevor Geld in eine Website fließt – dafür ist ein Baukasten ideal.
  • Für zeitlich Begrenztes. Eine Veranstaltung, ein Projekt, eine Kampagne. Wenn die Seite ohnehin in einem Jahr verschwindet, spielt Umzugsfähigkeit keine Rolle.
  • Für private Vorhaben ohne geschäftliche Ziele und ohne BFSG-Relevanz.
  • Wenn das Budget die Alternative ausschließt. Eine einfache Website ist besser als keine. Dann aber mit offenen Augen – und dem Wissen, dass später ein Neubau ansteht.

Wenn Sie wechseln wollen

Ein Wechsel ist kein Drama, wenn er geordnet abläuft. Worauf es ankommt:

  • Inhalte sichern, bevor gekündigt wird. Texte, Bilder in Originalgröße, Kontaktdaten, Formulareingänge. Nach Vertragsende ist der Zugang meist sofort weg.
  • Adressen festhalten. Notieren Sie alle bestehenden Seitenadressen. Sie werden gebraucht, um Weiterleitungen einzurichten – sonst verlieren Sie Platzierungen, die Sie sich erarbeitet haben.
  • Domain zuerst klären. Prüfen Sie, wer als Inhaber eingetragen ist. Steht dort der Anbieter statt Ihr Name, klären Sie das vor allen anderen Schritten.
  • Umziehen, dann kündigen. Erst wenn die neue Website läuft und die Weiterleitungen greifen, wird der alte Vertrag beendet.

Der häufigste teure Fehler: zuerst kündigen, dann umziehen. Danach sind Inhalte, Adressen und manchmal auch die Domain nur noch mit Mühe – oder gar nicht mehr – zu retten.

Sitzen Sie in einem Baukasten fest?

Wir schauen uns an, was sich retten lässt, was neu gebaut werden muss und wie der Umzug ohne Verlust von Platzierungen abläuft.

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